BONNIE UND BO

Von der  Chaos-Truppe zum Dream team

Seitdem ich denken kann, war ich fasziniert von Hunden. Doch auf Grund einer Hundehaarallergie meiner Mutter, musste ich mich in meiner Kindheit mit Kaninchen und Meerschweinchen zufrieden stellen. Als Teenager wurde ich zur beliebten Hundesitterin meiner Freunde und deren Freunde. Es hat 31 Jahre gedauert und benötigte einen Umzug von Köln nach Honolulu, als meine erste eigene Hündin Bonnie, ein Shar Pei-Pit Bull Mischling,  bei uns einzog. Ich dachte, ich sei bestens vorbereitet. Ich hatte ja schließlich in der Vergangenheit unzählige Hundepersönlichkeiten und Rassen kennengelernt und sehr viel Fachliteratur angesammelt. Bonnie hatte mit drei Monaten schon zwei Familien hinter sich und endete im Tierheim als ‘schwervermittelbar’. In den nächsten zwei Jahren war dieses Wort meine Entschuldigung für all ihr “Fehlverhalten”. Nach dem Motto “Ich kann ja nichts dafür.” Bonnie hatte einen ausgeprägten Freiheitssinn “free spirit” und entwickelte  mit acht Monaten einen Jagdinstinkt. Nichts war vor ihr sicher, wilde Hühner, die es hier zahlreich gibt, jedes Schwein im Wald wurde gefunden, die Katzen der Nachbarn waren in Lebensgefahr … Bonnie verschwand für Stunden im Dschungel und ich musste immer geduldig auf sie warten. Obwohl ich natürlich genervt war, habe ich  sie freudigst begrüßt, wenn sie wieder auftauchte. Das macht man schließlich so, hat doch jeder tausendmal gelesen: Wenn dein Hund einen Jagdinstinkt hat, findest du dich am besten ganz schnell damit ab.

Sunshine Dogs Hawaii, Mela Holcomb

Zwei Jahre später zog Bo, ein Doggen-Boxerhund Mischling, bei uns ein. Auch er galt als ‘schwervermittelbar’. Ich hatte ihn Monate lang beobachtet und er fand einfach kein neues Zuhause.  Bo war der liebste Hund zu Hause, aber sprang alles auf der Straße an, was sich bewegte: Autos, Fahrräder, andere Passanten, ganz schlimm waren Skateboarder … jeder Spaziergang wurde zunehmend anstrengend. Verdrehte Knie und Stürze waren die Regel. Ich konnte Bonnie und Bo nur noch einzeln mit rausnehmen. 

Den dominaten Erziehungsweg lehnte ich von Anfang an ab … und dann blieb ja nur noch das Training mit positiver Verstärkung übrig, richtig? Schmerzhaft musste ich die Limitierung dieser Herangehensweise kennenlernen. Immer wenn es drauf ankam, wurde ich ignoriert. Für Bo habe ich leckere Würstchen in kleine Stücke geschnitten, weil alles Andere mochte mein Hund nicht und jedes mal,  wenn er zum Beispiel kein Auto angesprungen hat, bekam er großes Lob und ein Stückchen Wurst. Ein Jahr später waren wir keinen Schritt weiter. In der Zwischenzeit hatte ich noch versucht Geschwisterkämpfe zwischen den Beiden zu schlichten und hielt mich von allen anderen Hunden fern, weil meine zwei dann auf einmal zusammenhielten, um gemeinsam den anderen Hund zu vermöbeln. Meine Welt wurde kleiner und kleiner …. mein Traum vom Hund verwandelte sich langsam in einen Albtraum. Ich hatte immer öfter das Gefühl: Jeder kann es, nur ich nicht. Ich mache doch alles so wie in den Büchern beschrieben. Wieso klappt es bei allen anderen, nur bei mir nicht?

Eher zufällig hatte ich Ulv’s Buch “Dogmanagement” gelesen. Meine Fachliteratur schmückte bereits mein halbes Regal. Kaum angefangen zu lesen, konnte ich nicht  mehr aufhören.  Auf Hawaii lebend wollte ich zumindest Ulv und Maren wissen lassen, dass sie mir aus der Seele sprechen und schrieb eine Email. Eine Antwort aus Lippetal kam direkt am nächsten Morgen und kurze Zeit später begann ich mit meiner ersten Einzelstunde via Skype.

Jedesmal freute ich mich auf die nächste Schulungsstunde. Es war eine Mischung: aus Wissensdurst mehr zu erfahren, aus Verwunderung über mich selbst. Warum habe ich alles einfach geglaubt und nicht hinterfragt? Manchmal war ich richtig beschämt. Alles was Ulv mich lehrte, war so logisch und schlüssig.

Ich war überglücklich über die neue Beziehung zu meinen Hunden, die sich mit jeder Woche intensivierte und zum Positiven wendete und mich zurück zu meinem Traum “Hund” brachte.

Ich habe wieder Platz in meinem Regal, meine besagte Fachliteratur ist im Müll. Nur Dogmanagement ist geblieben. Ulv’s Stopkonzept ist wirklich mehr als “nur” Hundetraining. Dank Ulv und Maren durfte ich erfahren, dass ich eine Situation zum Positiven verändern kann, wenn ich mich zu 100% auf MICH konzentriere und nicht versuche, den Anderen zu ändern. Mein Hund ist mein Spiegel, folglich ist mein Leben mein Spiegel. Das Grundprinzip des Stopkonzeptes kann auf alle Bereiche in deinem Leben angewandt werden. Wenn nun ein Bereich in meinem Leben etwas holperig ist, übernehme ich die Verantwortung und reflektiere mein Verhalten.

Unnötig zu erwähnen, dass Bonnie nicht mehr jagt und Bo die Ruhe selbst auf der Straße ist.

Ich bin Ulv und Maren unendlich dankbar und fühle mich sehr geehrt das Stopkonzept auf Hawaii weitergeben zu dürfen. Es ist eine unglaublich erfüllende Aufgabe.

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Mela mit Bonnie und Bo | Honolulu Hawaii

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