VITA

Entstehung und Hintergründe meiner Arbeit

"In der Natur gibt es weder Kommandos noch militärische Ordnungen."

Das Stopkonzept ist anders als alles was du bisher kennengelernt hast. Es ist in seinem Denkansatz einmalig. Mit dem Stopkonzept bin ich schon sehr früh einen eigenständigen Weg gegangen.
 
Nur durch Infrage stellen aller vorhandenen Dogmen war es möglich, eine neue Basis für eine wirklich alltagsgerechte Ausbildung zu schaffen. 
 
Es ist das Ergebnis einer fast 30jährigen kontinuierlichen Entwicklung, die sich noch immer durch die tägliche Reflexion mit meinen Kunden fortsetzt. Ende offen.
Ulv Philipper, Hund, Hundebeziehung, Vertrauen, Respekt
War in den ersten Jahren meiner Tätigkeit meine Ausbildung noch sehr konventionell geprägt, lag das einfach an dem Umstand, dass es zu diesem Zeitpunkt noch keine anderen Sichtweisen gab.
Hundesport-Vereine bzw. Jagdhundeausbildung bestimmten die Wahrnehmung und somit den Umgang mit dem Hund.
 

Durch sie war Hundeausbildung seit Generationen militärisch orientiert. Das überrascht aus heutiger Sicht nicht wirklich, war doch das Militär Urheber und Nutznießer dieser “Dressuranstalten”. 

Deren “klügster” Schachzug dabei war es, der Gesellschaft dieses mehr als fragwürdige Abrichten des Hundes als „artgerecht“ zu verkaufen.

Man hat die Vorstellung in die Köpfe der Menschen gepflanzt, der Hund sehne sich geradezu nach Unterordnung. Das läge in seiner Natur. Klingt absurd – hat aber in der Geschichte der Menschheit schon häufiger funktioniert.
 
Das Dumme daran ist:
 
“In der Natur gibt es weder Kommandos noch militärische Ordnungen.”
 
Du kannst es drehen und wenden wie du willst, es gibt kein Lebewesen, dass sich selbst nicht eigenverantwortlich wahrnimmt.
 
Die Selbstbestimmtheit ist nach wie vor eines der höchsten Güter des sozialen Säugetiers.
 

"Nichts ist weniger artgerecht für den Hund als das Kommando."

Beschneidet man einem Individuum durch Gehorsam die Freiheit, sind die Folgen unaufhaltsam. Kontrolle erzeugt immer Ausbruch. Somit könnte man auch sagen:

“Nichts ist weniger artgerecht für den Hund als das Kommando.” 

Da aber beide in hohem Maße auf Kontrolle beruhenden Ansätze nur in abgeschlossenen Bereichen (Hundeplatz bzw. auch ein Jagdrevier muss man letztendlich so sehen) stattgefunden haben,  bemerkte niemand die offensichtlichen Folgen dieser absurden Fehleinschätzung.
 
Ausbrüche wurden zwar wahrgenommen, man hat sie aber nicht als logische Konsequenz des eigenen Handelns erkannt, sondern sie Trieb- bzw. Instinktverhalten des Hundes genannt. Problem gelöst. 
 
So wäre es wahrscheinlich noch Jahrzehnte weitergegangen, hätte man nicht versucht, diese unnatürliche Betrachtungsweise auf die Ausbildung des Hundes für den Alltag zu übertragen.
 
Um militärische Grundsätze durchzusetzen, braucht man unabdingbar den begrenzten abgeschlossenen Bereich und Instrumente des Zwangs, um jegliche Form von Widerspruch zu unterdrücken.
Ulv Philipper, Hund Jagdtrieb abgewoehnen
Neben dem Wegfall der räumlichen Begrenzung entwickelte sich zeitgleich auch ein neues Verständnis für den Hund. Er war nicht mehr allein nur Sportgerät oder Jagdwerkzeug, sondern wurde immer häufiger als Teil der Familie wahrgenommen.
 
Zurecht wurden die bis dahin üblichen Durchsetzungstechniken, die zum großen Teil auf massiver körperlicher Gewalt basierten, von der Gesellschaft mehr und mehr abgelehnt.
 

Verrückt: "Der Mensch soll den Hund weiterhin unterordnen, muss aber ab jetzt dafür sorgen, dass dieser sich darüber freut!"

Diese Bewusstseinsveränderung hätte eigentlich der Startschuss für eine Aufarbeitung und Neuorientierung in der Hundeerziehung sein müssen.

Diese Chance wurde aber leider verpasst. Statt die Unstimmigkeiten der gesamten „negativ dominierten Dressur“ zu hinterfragen, hat sich die sogenannte „positiv orientierte Hundeerziehung“ darauf konzentriert, ausschließlich Durchsetzungsmethodiken zu beseitigen und diese gegen die gerade für sich neu entdeckte „positive Verstärkung“ zu ersetzen. Der Gehorsamsgedanke jedoch blieb unsinnigerweise weiterhin erhalten. Das hatte fatale Folgen.

Lass dir folgenden Rückschluss einmal auf der Zunge zergehen:

„Der Mensch soll den Hund weiterhin unterordnen, muss aber ab jetzt dafür sorgen, dass dieser sich darüber freut!“

Dieser unglückliche Ansatz katapultierte jeden noch so bemühten Hundefreund in die totale Hilflosigkeit.

 

Bis zum heutigen Tag wächst diese daraus resultierende Ohnmacht immer weiter an.

Trotz der offensichtlichen überproportionalen Zunahme der Ausbrüche (Jagdverhalten, Aggressionsverhalten usw.) hat sich die „positiv orientierte Hundeerziehung“ mit sich selbst geeinigt, den Hund dermaßen reduziert darzustellen, dass dem unbedarften Betrachter der offensichtliche Mangel nicht mehr als Mangel erscheint. 

Beispiel: Wenn du deinen  Hund rufst, freu dich, wenn er überhaupt kommt! Feiiiiiiiiiin!!!

Erwartung gesenkt. Funktioniert. Problem gelöst!…???

Dabei lag die Lösung so nahe. Wie zuvor schon erwähnt, hätte man einfach nur die bestehende Ansicht der “negativ orientierten Hundeerziehung”  in ihrer Ganzheit überprüfen müssen.

"Die artgerechte Vermittlung dieser lebensrettenden Erkenntnis stellt die Kernkompetenz des Stopkonzeptes dar."

Genau diesen Weg bin ich mit dem Stopkonzept gegangen. Bestand noch in der Beginnphase meine Hoffnung darin, die vorgefundene marode Substanz zu sanieren und an die Anforderungen des Alltags anpassen zu können, wurde mit jedem Versuch deutlicher, dass diese Ruine nicht mehr zu retten war.

Trotz allem Wohlwollen war kein einziger plausibler Ansatz zu erkennen, der das Aufrechterhalten der bis dahin unangezweifelten Unterordnungskultur hätte rechtfertigen können. Da half nur noch abreißen.

Getreu dem Motto Rio Reiser’s: “Macht kaputt was euch kaputt macht.”

Um beim Wiederaufbau nicht in die alten Denkstrukturen zu verfallen, mussten Meinungen, Annahmen und Vermutungen sogenannten unstrittigen Werten weichen.

Unstrittige Werte sind Indizien, die von allen Betrachtern gleichermaßen als Wahrheit bestätigt werden (z.B. Alltag ist spontan).

Betrachtet man nun unter Zuhilfenahme dieser nachweisbaren Fakten den Hund erneut, wird er und somit auch deine Art und Weise des Umgangs mit ihm, in einem vollkommen anderen Licht erscheinen.

Nicht der stupide Befehlsempfänger, sondern ein intelligentes, durch und durch wollendes Lebewesen wird sichtbar.

Ulv Philipper, Hund, Rückruf, Kooperation

Die neue Aufgabe lautet ab sofort, die vorhandene Bereitschaft deines Hundes zu fördern und mit alltagsrechtem Können zu ergänzen.

Die Fähigkeit selbst bei größten Belastungen auf ein Signal ohne Zögern sofort reagieren zu können (unterbewusstes Handeln), rückt unter Beachtung der unstrittigen Werte zwangsläufig in den Vordergrund.

“Die artgerechte Vermittlung dieser lebensrettenden Erkenntnis stellt die Kernkompetenz des Stopkonzeptes dar.”

Du wirst überrascht sein, wie einfach es ist, unser „Stop“ zu erlernen, wenn diesmal Logik dein Handeln leitet.